Quantum X auf der Berliner Wein Trophy

03.09.2020von Martin Reiss

Die Berliner Wein Trophy (Sommeredition) fand dieses Jahr vom 03. – 13. September 2020 statt. Der weltweit größte OIV-Weinwettbewerb wurde auf Wunsch vieler Kunden trotz Corona durchgeführt, da es gerade jetzt wichtig ist, auf dem Markt präsent zu sein.

Damit die Trophy auf dem gewohnt hohen Qualitätsniveau stattfinden konnte, haben die Veranstalter besonders großen Wert darauf gelegt, die gesetzlichen Auflagen mit den strengen Richtlinien der OIV, der UIOE und der Vinofed in Einklang zu bringen. So wurde der Ablauf der Verkostung in diesem Jahr deutlich entzerrt, indem verschiedene Zeitslots gebildet wurden. Pro Slot waren höchstens 12 Jurygruppen auf einer Fläche von fast 1.000 qm anwesend. So war gewährleistet, dass immer genügend Abstand gehalten wurde.

Die Blindverkostung lief unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter notarieller Aufsicht nach strikten Regeln ab. Die unabhängige und internationale Expertenjury setzte sich aus Önologen, Sommeliers, „Masters of Wine“, Winzern, erfahrenen Händlern sowie Journalisten und Fachleuten aus der Weinbranche zusammen.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Auch Quantum X war in diesem Jahr erstmals unter den Juroren: Weinkenner Martin Reiss machte sich auf den Weg nach Berlin, um an drei Tagen dieses einzigartigen Verkostungsmarathons teilzunehmen. Als Berater wird seine Weinexpertise von vielen Kunden geschätzt, vor allem wenn es um Sortiment, Portfolio und Pricing geht. Dass er nun auch Teil einer solch hochkarätigen sensorischen Jury durfte, kam einem kleinen Ritterschlag gleich.

Hier sein Fazit und Eindrücke von der Verkostung:

Tag 1: Welch angenehmer Zufall: Mein Jury-Leiter ist Jörg Winkler von WEIN+MARKT

Der erste Flight beginnt mit 20 Weinen aus Italien. Zum Teil eher unbekannte Rebsorten wie Zibibbo, eine sizilianische Variante des Muskatellers. Gottseidank ist die sehr professionelle Runde selbst mit solchen Exoten vertraut… In der Regel sehr übereinstimmende Wertungen in unserer Fünfergruppe. Und wenn es Diskrepanzen gibt, wird auf Konsens diskutiert.

Zweiter Flight: Zweigelt, Österreich. Insgesamt sehr gutes, hohes Niveau. Keine Ausreißer nach unten.

Dritter Flight: Italien, Nero Davola. Oh weh, so gar nicht meins… Startet mittelmäßig, aber dann kommen durchaus positive Überraschungen.

Alles in allem eine sehr professionelle Veranstaltung und Umsetzung. Chapeau! Am Ende bleibt auch noch viel Zeit, um Berlin zu Fuß und überhaupt zu erleben …

Tag 2:

Mein zweiter Verkostungstag startet mit aromatischen deutschen Weißweinen (Silvaner, Rivaner/Müller-Thurgau und Silvaner-Traminer, Sauvignon Blanc). Gutes Niveau zu Beginn, dann wird‘s leider etwas flacher. Es folgen einige Rieslinge, dann noch ein Viognier. Durch die Bank ordentliches Niveau.

Zweiter Flight: Burgunder, Beaujolais (Gamay/Gamaret), Merlot, ein Galotta (eine Neuzüchtung aus der Schweiz), ein Pinotage, ein Shiraz, Cabernet, Cinsault. Startet ordentlich, aber nicht überwältigend. Viele Sorten und Herkünfte (viel Schweiz, etwas Übersee und ganz Europa) –m.E. etwas zu viel für einen Flight. Die Runde ist sich auch hier ziemlich einig in den (eher niedrigen) Bewertungen.

Dritter Flight: Italien, mixed varieties. Startet ordentlich. Aber alles in allem für mich zu sehr Mainstream. Wir jurieren auch hier nur wenig Medaillen. Zur Erläuterung: Bei der Sommerverkostung werden rund 5000 Weine bewertet, aber als Qualitätsgarant nur maximal 30 % Medaillen vergeben und das ist gut so.

Anschließend noch einen Selbstversuch gemacht und das deutsche Luxus-Shoppingverhalten im KaDeWe studiert. Natürlich mit Fokus auf die Weinabteilung. Ziemlich gut sortiert, aber ich würde mir hier noch mehr Top-Weine unserer Kunden wünschen!

Tag 3:

Stimmung am Vorabend so gut wie jeden Abend. Schöne Gesellschaft!

Erster Flight: Rosé, Italien. Weine mit z.T. heftigen Fehltönen, viel Kohlensäure, keinerlei Farbe. Komme auf kaum eine Bewertung über 80! Und die die Runde sieht das ebenso …

Zweiter Flight: 19x Müller-Thurgau. Super gutes Gesamtniveau! Martin in seinem Element (-: Alles reinrassige M.-Th.s, als vorletzter Mal ein Müller-Riesling Cuvée, dann ein Rivaner-Grauburgunder. Aber am überzeugendsten sind einfach die Puristen! Nächstes Jahr müssen wir hier unbedingt 7/7 anstellen!!

Dritter Flight: Sekt Deutschland. Ein krönender Abschluss! Insgesamt Sehr gutes Niveau Aber leider keine absolute „Waffe“ dabei. 



Am Nachmittag kommt der schöne Spätsommer auch nach Berlin. Und Sven, ein junger Sommelier aus Dortmund hat glatt eine Flasche J.B. Becker Riesling im Gepäck: 22 Jahre gereift und richtig frisch. Ein wahrlich würdiges Finale einer insgesamt tollen Tour.